Orgelverein 

Ossiach 


Unsere "kleine" 

Orgel stand  bis 1978 in der Kirche St.Magdalena bei Feistritz im Gailtal. Sie trägt das Wappen und die Initialen (Edmund Abbas Oziacensis) von Abt Edmund Iblpacher (1641-1725 ). Diese Orgel hat zwei Einlässe für 2 Kerzenhalter. Wahrscheinlich wurde sie zur Beglei-tung des  Stundengebetes der Mönche in der Nacht verwendet. Auf der Rückseite hat sie einen Flügel, - ähnlich einem Klavier - , der nach außen gespreizt werden kann, um das Klangvolumen zu vergrößern.

Unsere alte "Lady"

ist die Barockorgel von Franz Knoller aus Villach (1680?). Erbaut unter Abt Iblpacher. Sie war die frühere Hauptorgel und stand im Chor auf der Westseite und hatte 2 Manuale, heute nur mehr eines. Außerdem ist sie um einen Ganzton höher gestimmt als die beiden anderen Orgeln (a1=483 Hz).Diese Orgel muß  gereinigt und gestimmt werden.

Unser "Maestro"

ist die "Wilhelm Backhaus - Gedächtnis-Orgel". Benannt nach dem Pianisten  Wilhelm Backhaus, der in der Stiftskirche Ossiach sein letztes Klavierkonzert beim Carinthischen Sommer spielte, einen Schwächeanfall erlitt und danach verstarb. Erbaut wurde diese Orgel von der Firma Metzler aus der Schweiz

Die Benediktiner : ein musikalischer Fixstern in Ossiach

Die Benediktiner haben um 1060 den Gregorianischen Choral nach Ossiach gebracht. Aus dem 13. Jahrhundert gibt es aus dem Kloster Ossiach ein Osterspiel in lateinischer Sprache mit den ältesten in Kärnten geschriebenen Noten ("Neumen"). Mit Abt Edmund Iblpacher, einem Jesuitenschüler aus Klagenfurt, hält das Barock Einzug in Ossiach (1682-1725). Der Hauptaltar, die 2 Barockorgeln, eine Sonnenuhr und das Refektorium tragen sein Wappen. Das ehemalige Refektorium ("Knappensaal") im Osttrakt des Stiftes werden von ihm mit Fresken und  Stuckaturen im Knorpelwerk-Stil ausgestattet. Abt Iblpacher war 1697-1700 Vor-sitzender ("Präses") und Visitator der Benediktiner-Universität in Salzburg und damit höher gestellt als der dortige Rektor. Er war Deputierter im Landtag und Legat der Kärntner Landstände am kai-serlichen Hof bei Kaiser Leopold I.("Türken-Poldi"). In der 722-jährigen Geschichte des Klosters war Abt Iblpacher einer der einflussreichsten Äbte  und eine Lichtgestalt.